Sven Anders, Geschäftsführer der Maximator JET GmbH: „In der Reinwassertechnik ist das 3D-Wasserstrahlschneiden bereits etabliert. Die Automobilindustrie und deren Zulieferer nutzen das Verfahren zum Schneiden von Fußmatten, Instrumententafeln oder Stoßfängern, die Bekleidungsindustrie zum Schneiden von Leder und Textilien."

Was heute im räumlichen Bereich des abrasiven Wasserstrahlschneidens möglich ist, zeigt Anders anhand einer Anwendung, die gerade auf dem Weg zum Serieneinsatz ist: Im Automobilbau, wo die Qualitätssicherung eine entscheidende Rolle spielt, werden Serien sicherheitskritischer Bauteile immer wieder stichprobenartig überprüft.

Dazu zerschneidet man einzelne Teile und untersucht ihr Gefüge mit Hilfe von Schliffbildern. „Es gibt Bauteile, bei denen ein Werker mit konventionellen Methoden einen Tag beschäftigt ist, diese Proben herzustellen. Mit unserem Verfahren geht das in 2 Stunden."

Doch nicht nur beim abrasiven Wasserstrahl gewinnen 3D-Anwendungen an Bedeutung. „Bis vor kurzem glaubten Pulvermetallurgen nicht, dass es möglich ist, Grünlinge mit der Wasserstrahltechnik zu schneiden", erzählt Anders. „Inzwischen sind unsere Systeme bei der Hälfte der namhaften Hersteller von Hartmetallwerkzeugen im Einsatz." Wurden Wendeschneidplatten, Abstech- oder Schermesser bislang überwiegend zweidimensional ausgeschnitten, wollen die Anwender zunehmend auch Funktionsflächen in anderen als 90"-Winkeln im gleichen Arbeitsgang erzeugen. „Die Grundidee war, Prototypen-Werkzeug und Kleinserien effizient herzustellen. Nachdem jedoch die Serien immer kleiner werden, lohnt es sich vielfach nicht mehr, spezielle Presswerkzeuge herzustellen".

 

erschienen: Zeitschrift "BLECH" 5/2008